Einmalanlage und Einmalzahlung in Lebensversicherung
Die klassische Kapitallebensversicherung wurde in der Bundesrepublik bisher traditionell in monatlichen Raten bezahlt. Seit einiger Zeit bieten Versicherungen die Möglichkeit einer Einmalzahlung an, dieses Modell hat in den USA schon seit Jahrzehnten Konjunktur.
Konkret bedeutet dies, dass sämtliche Beiträge am Anfang des Vertrages als Einmalanlage gezahlt werden und der Kunde somit keine weiteren Zahlungen vornehmen muss. Diverse Mischformen werden allerdings auch angeboten, so kann ein Kunde zwischenzeitlich weitere Gelder in die Lebensversicherung einzahlen oder bei einigen Anbietern auch Gelder entnehmen. Hierdurch steigt oder sinkt der spätere Auszahlungsbetrag.
Der Vorteil dieser Anlageform liegt klar auf der Hand. Der Kunde bindet sich nicht an jahrzehntelange, monatlich wiederkehrende Zahlungen, von denen er heute noch nicht weiß, ob er sie sich im späteren Leben überhaupt z.B. aufgrund von Arbeitslosigkeit noch leisten kann. Auch versprechen die Versicherungen höhere Zinsen als sie momentan auf einem Tagesgeldkonto oder Sparbuch zu erzielen sind. Verlockend ist für Kunden bei einigen Formen auch die Möglichkeit bei akutem Finanzbedarf, Geld zu entnehmen oder im umgekehrten Fall Geld einzuzahlen.
Nachteilig wirkt sich bei einer relativ kurzen Laufzeit die Tatsache aus, dass die gesamten Abschlussgebühren von der Einmalzahlung abgerechnet werden, so dass der Gesamtertrag in einer kurzen Zeitspanne eher gering ist. Lebensversicherungen mit Einmalzahlungen sind zudem nicht steuerbegünstigt, d.h. die Erträge unterliegen der vollen Abgeltungssteuer, wenn der Anleger seinen Sparer Pauschbetrag bereits ausgeschöpft hat. Im Gegensatz hierzu sind Verträge mit monatlichen Einzahlungen, die mindestens zwölf Jahre bestehen und nach dem 60. Lebensjahr ausgezahlt werden steuerlich begünstigt. Zu beachten ist ferner, dass lediglich der Sparbetrag verzinst wird, der Anteil für die eigentliche Versicherung wird von der Einmalzahlung abgezogen.